Hyposensibilisierung

Die einzige von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) anerkannte Behandlung der Allergie besteht in der spezifischen Immuntherapie, der Hyposensibilisierung (SIT).

Bei einer Hyposensibilisierung wird der Eiweißbestandteil, gegen den beim Kontakt, z. B. über die Schleimhäute der Nase oder die Bronchien, eine allergische Überreaktion des Abwehrsystems ausgelöst wird, in hochgereinigter, teils auch veränderter Form dem Körper zugefügt. In der Regel kann eine Hyposensibilisierung ab dem 6. Lebensjahr erfolgen. Bei erheblicher Problematik im Kleinkindesalter wird die Hyposensibilisierung in speziellen Zentren auch schon bei jüngeren Kindern durchgeführt.

Vor einer Hyposensibilisierung ist in jedem Fall ‒ besonders auch bei erwachsenen Patienten ‒ eine genaue Überprüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes durchzuführen. Bestimmte Erkrankungen sowie auch die Einnahme bestimmter Medikamente schließen eine Hyposensibilisierungsbehandlung ganz oder teilweise aus.

Therapieformen der Hyposensibilisierung

Eine Hyposensibilisierung erstreckt sich über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahre.

SCIT: Subkutane Immuntherapie

Die subkutane Immuntherapie erfolgt über eine flach unter der Haut an der Oberarmrückseite durchgeführte Injektion. Diese Behandlung muss von einem Arzt in der Praxis durchgeführt werden, verbunden mit einer Wartezeit von mindestens 30 Minuten nach der Injektion in der Praxis. Die Hyposensibilisierung in Form der SCIT kann je nach Allergen vor einer Pollenflugsaison als Kurzhyposensibilisierung in wöchentlichem Abstand oder ganzjährig in monatlichem Abstand (jeweils nach einer kurzen wöchentlichen Aufbauphase) erfolgen.

SLIT: Sublinguale Immuntherapie

Bei der sublingualen Immuntherapie wird das Allergen täglich über die Schleimhaut des Mundvorhofes (Unterlippeninnenseite) aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt, je nach Allergen, entweder in Tropfenform oder als schnell auflösbare Tablette. Nach einer in der Praxis kontrollierten Ersteinnahme wird die SLIT zu Hause durchgeführt.

Behandlung der Symptome

Neben der Hyposensibilisierung ist häufig eine symptomlindernde Therapie nötig. Diese kann in Form einer lokalen Behandlung der Nase, der Augen und der Atemwege z.B. durch Sprays oder Tropfen erfolgen oder durch eine systemische Therapie mit Tabletten (Antihistaminika). Eine Therapie der Grunderkrankung, der Allergie, ist hierdurch nicht möglich.